Dokumentation Depression: Eine Krankheit erobert die Welt


Laut Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit circa 350 Millionen Menschen an Depressionen – bei steigender Tendenz. In einigen Medien wird das Phänomen gar als eine Epidemie bezeichnet. Wie lassen sich diese alarmierenden Zahlen erklären? Wie konnte es dazu kommen, dass unsere modernen Gesellschaften in diesem Masse an Depressionen leiden?

 Die Folgen eines Krieges gegen ein Volk dürfen nicht psychiatrisiert werden.

Oft werden Depressive mit ihrer Krankheit alleingelassen. In dem Dokumentarfilm geht es um die Suche nach den kollektiven Ursachen der Verzweiflung. Er führt nach Japan, Griechenland, Frankreich, Deutschland, in die USA und in die Schweiz. Ärzte, Philosophen, Soziologen, Anthropologen und Sozialarbeiter äußern sich zu dem Phänomen Depression, mit dem sie immer häufiger konfrontiert sind.

Die Arzneimittel-Hersteller haben erkannt, dass sich ihre Pillen am besten verkaufen, wenn sie den Leuten Krankheiten einreden.

In Japan ist die Zahl depressiver Personen von einigen Zehntausend in den 1990er Jahren auf 250.000 im Jahr 2000 gestiegen; heute liegt sie bei über einer Million. Von diesem Trend bleibt kein Land verschont. Doch wie werden diese Zahlen berechnet? Wie wird die Krankheit definiert? Und inwiefern hat die neue Klassifizierung der Symptome durch das US-amerikanische „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM) die Vorstellung von der Depression und vom Menschen selbst verändert?

Wenn eine Gesellschaft eine Krise und insbesondere eine Wirtschaftskrise erlebt, haben die Menschen einen höheren Therapiebedarf und nicht umgekehrt.

Durch die Beschäftigung mit der Krankheit wirft der Dokumentarfilm einen kritischen Blick auf die Kehrseite der modernen Welt und ihrer Anforderungen, auf die Risiken, die eine rein medizinische Lesart persönlicher und kollektiver Krisen birgt, und auf die Gefahr, sämtliche Leiden der modernen Gesellschaft unter dem Begriff Depression zusammenzufassen.

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