Ein Tag im Irrenhaus


Morgens um Sieben noch halb im Schlaf in den Raucherraum getorkelt um die Frühstücks-Zigarette zu rauchen.

Ein Häuflein Elend, welches ich hier noch nie gesehen habe, angetroffen.

Wahrscheinlich weiblich, aber so dürr, dass man es nicht mit Sicherheit sagen kann. Am Rotz und Wasser heulen.

Die Neue mit Kaffee, Zigi und einem freundlichen Lächeln versorgt.

Die Wetterfee aus dem Raucherraum verscheucht. Die hat schlecht geschlafen und hat die allerherrlichste Scheisslaune. Man hat ihr die Neue mit ins Zimmer gelegt und die Wetterfee mault in allerbester Klein-Kinder-Manier rum, dass das Rumgeheule der Neuen ihren Schlaf gestört hat.

Im Garten stehend motzt sie weiter und ich pöble frech zurück.

Die Neue vergisst beim Zuhören glatt zu heulen. Weiterlesen

Unsichtbare Hunde und andere Psychosen


Ich bin immer noch bei den Psychotikern untergebracht und warte auf meinen Platz bei den ganz normal gestörten.

Die „Geschlossene“ (wortwörtlich: die Eingangstür zur Station ist abgeschlossen und wer raus darf, kann dies nur wenn jemand von der Pflege aufschliesst) war anfangs gar nicht in meinem Sinn. Ich fand es eine Zumutung, dass man mich aus Mangel an Alternativen zu diesen Spinnern steckt. Ich habe eindeutig keine Psychose. Also keine Stimmen, keine eingebildeten Hunde und auch sonst keine Wahnvorstellungen. Wer jetzt denkt, dass das natürlich alle Spinner von sich sagen, hat unrecht und muss sich, wie ich in den letzten zwei Wochen, eines besseren belehren lassen. Weiterlesen